Interview mit Jake Runestad: der Text kommt immer zuerst!

  • 67
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Von Cara Tasher, Dirigentin und Lehrerin

 

Seine Musik in einem Wort: Wesentlich. Der Komponist und Dirigent Jake Runestad ist heute eine der führenden Stimmen in Chormusik. Tausende von Aufführungen weltweit enthalten Kompositionen von ihm, und er ist erst 30. Wirklich bemerkenswert. Jake Runestad und ich korrespondierten im Mai und Juni per e-Mail miteinander.

 

Cara Tasher: Um es mit den Worten eines guten Buchs [Prediger Salomo] zu sagen: „Gewesenes wird wiederkehren, Geschehenes wird noch einmal getan; es gibt nichts Neues unter der Sonne“ – aber Sie sind einer von wenigen lebenden Komponisten, der neu und frisch klingende Musik schreibt. Was macht Ihre Musik so einzigartig klingend, und wie haben Sie diesen Klang entwickelt?

Jake Runestad (JR): Erst einmal Dank für Ihre lieben Worte. Ich weiß, dass viele von uns Komponisten ständig nach unserer echtesten Stimme suchen, und da ist es aufregend, wenn Sie meine Musik als einzigartig empfinden! Wenn es sich darum handelt, Vokalmusik zu schreiben, erachte ich es als meine Aufgabe als Komponist, die im Text bereits enthaltene Musik zu finden – für mich kommt der Text immer zuerst. Singend improvisiere ich zu den gewählten Worten, um Melodielinien zu finden, die der natürlichen Satzmelodie folgen, die der Stimme gut liegen und die so textverständlich wie möglich sind. Ich hoffe, dass deswegen die Ausführenden und Zuhörer jedes meiner Werke einzigartig in Bezug auf die von mir gewählten Worte finden. Ich bin auch sehr interessiert an aktuellen Themen, die weltweit relevant und sozial verantwortlich sind. Das führte zu Kompositionen wie “We Can Mend the Sky“ auf das Gedicht der 14jährigen Warda Mohamed, das die Reise eines Immigranten beschreibt, “And So I Go On“, das sich in die unendliche Traurigkeit nach dem Verlust eines Lebenspartners vertieft, und “Dreams of the Fallen“, das die Geschichte von Menschen erzählt, die einen Krieg erlebt haben und sich anschicken, mit den andauernden Folgen einer posttraumatischen Belastungsstörung zu leben. Jedes dieser Werke hat eine vollkommen unterschiedliche Klangwelt, die auf den Gefühlsregungen gründet, die die sie umgebende menschliche Erfahrung spiegeln, und auch auf den innewohnenden Klängen, die sich auf die Texte beziehen.

 

CT: Wie haben Sie angefangen zu komponieren, und wie kamen Sie dorthin, wo Sie sich jetzt befinden?

JR: Ich wuchs auf in Rockford, Illinois, in einer sehr musikalischen Familie – beide Eltern sind Amateurmusiker mit schönen Stimmen und starkem musikalischem Empfindungsvermögen. Wir sangen zusammen im Haus und meine Eltern nahmen meine Schwester und mich mit zu ihren Chorproben (um den Babysitter zu sparen). Ich bin sicher, dass die Klänge dieser Proben tief in mein Gedächtnis einsickerten und halfen, eine Basis für mein musikalisches Verständnis und die Liebe zur Vokalmusik zu schaffen. Zuhause stand ein Klavier und ich begann nach Gehör zu spielen und die Melodien zu klimpern, die ich im Radio hörte. Das führte dazu, dass ich erst eine Begleitung hinzufügte und schließlich meine eigenen Klänge auslotete und kurze Klavierstücke erfand. In der High School spielte ich auf Keyboards und sang in einigen Bands, schuf Werke mit der Hilfe von Mehrspur-Aufnahmen und schrieb einige schreckliche Liebeslieder (ich wusste nichts von Liebe).

Während der Oberstufenzeit auf der High School schrieb ich eine Komposition für die Bläser meiner Schule (ich selber spielte Saxophon) und spürte während der Aufführung eins der belebendsten und entschlossensten Gefühle, das ich je erlebt hatte. In dem Augenblick wusste ich, dass Komponieren für andere ein fester Bestandteil meines Lebens sein würde. Ich besuchte ein College im südöstlichen Minnesota, um Instrumentalmusikpädagogik zu lernen und traf die Komponistin Libby Larsen, während sie aus Anlass einer Premiere mit dem Orchester meiner Schule in Residence war. Der Orchesterleiter, der mich als angehenden Komponisten kannte, arrangierte ein Treffen mit Libby. Während meiner Begegnung las Libby aufmerksam meine Kompositionen durch, stellte mir viele Fragen zu meiner Arbeit und zeigte großes Interesse an mir. Zum Schluss sagte sie: „Jake, ich würde mich freuen, wenn Sie bei mir studierten“. Wie Sie sich wahrscheinlich vorstellen können, war ich erstaunt und hocherfreut. Ich nahm bei Libby in ihrem Haus in Minneapolis einige Stunden, und sie ermunterte mich, die Graduiertenschule zu besuchen und ein Leben als Komponist einzuschlagen. Nachdem ich meine Zeit als studentische Hilfskraft in Lima (Peru) absolviert hatte, ging ich direkt an das Peabody Conservatory [in Baltimore, Maryland], wo ich nach dem Studium beim [Pulitzer-Preisträger] Kevin Puts ein Master-Diplom in Komposition erwarb. Während meiner ganzen Ausbildung schrieb ich Vokalmusik neben Werken für Bläserensembles, Orchester und Oper. Nach der Graduiertenschule entwickelte ich enge Beziehungen zu mehreren Chordirigenten, die mich wirklich unterstützten und an meine Musik glaubten. Sie fingen an, diese Stücke aufzuführen und sie bekannt zu machen, und dieser Kreis wuchs und wuchs und umspannt nun die ganze Welt.

 

CT: In Ihrem Online-Video für die Next Notes des American Composers Forum empfahlen Sie angehenden Komponisten „immer mit ihrem Herzen zu schreiben“. Nach der Musik zu urteilen, die ich aus Ihrer Feder gehört habe, muss Ihr Herz sehr schön, kräftig und erregend sein. Was beflügelt Sie, eigene Texte zu schreiben, und wo finden Sie die Texte für Ihre Kompositionen?

JR: Meine Weltsicht setzt sich aus meinen gesammelten Lebenserfahrungen und wechselseitigen Beziehungen zu Menschen zusammen, denen ich auf dem Weg begegnet bin. Ich glaube, dass die stärkste Musik ein unmittelbarer Ausdruck des Lebens ist – mit all den Verwicklungen, all seiner Freude, all seinem Schmerz und mit all seiner Schönheit. Wenn wir ehrlich mit uns selbst (und mit anderen) sein wollen, darf die Kunst sich nicht von schwierigen Themen abwenden oder von wirklich echten Gefühlen. Wir können nicht einfach die Oberfläche dieser schwierigen Gefühle übertünchen – wir müssen uns mit ihnen ehrlich auseinandersetzen, um etwas Tiefergehendes zu hören und zu fühlen. Ich versuche, mich auf die Essenz menschlicher Erfahrung zu begrenzen, sehr ehrlich und verwundbar zu sein, um sie durch die enge Verbindung von Text und Musik auszudrücken.

Es gibt viele engagierte Texte, die geschrieben worden sind, sich aber nicht dazu eignen, vertont zu werden. Viele Schriften enthalten schon alle Informationen (manchmal zu viele), die man dazu braucht, ihren Sinn zu erfassen. Wenn ich nach den Worten für eine Chorkomposition suche, wähle ich Texte, die einfach, direkt sind und etwas über menschliche Erfahrungen mitteilen. Sie dürfen nicht zu blumig oder zu beschreibend sein, damit die Musik noch eine besondere Bedeutung hinzufügen kann.

Ich bevorzuge Wege des Schaffens, auf denen ich mit lebenden Autoren zusammenarbeiten kann. Mit lebenden Librettisten habe ich drei Opern geschrieben, und viele meiner Chorwerke entstanden als Projekte mit lebenden Dichtern/Dichterinnen, darunter Brian Turner, Warda Mohamed und Brian Newhouse. Einer der meist beteiligten Schriftsteller ist der “über-talentierte“ Dichter und Librettist Todd Boss, der für mich eigene Vorlagen für mehrere Werke geschrieben hat, darunter “And So I Go On“, “Waves“, “One Flock“, sowie für eine im Entstehen begriffene Komposition über die 276 jungen Frauen, die von der Terrorgruppe Boko Haram aus ihrer Schule in Nigeria geraubt wurden. Ich liebe es, die elektrisierende Energie zu fühlen, die aus dem Gedankenaustausch hin- und herfunkt, und finde das Kunstwerk im Endergebnis viel großartiger als die Summe seiner Teile.

 

CT: Sie haben schon eine Menge an Werken geschaffen. Welche davon sind Ihre Lieblingsstücke, die man sehen und hören kann?

JR: O je! Das ist so, als müsste man ein Lieblingskind aussuchen. Ich denke nicht, dass ich liebste Stücke wählen kann, erzähle stattdessen besser von zwei Werken, die ein von mir völlig unerwartetes Leben angenommen haben.

Als ich noch im College war, brachte ich einen kleinen Chor von Freunden zusammen, um Dirigieren zu üben und neue Musik aufzuführen. Für sie schrieb ich ein Werk “Nyon Nyon“, das ungewöhnliche Stimmklänge enthält, Beatboxing und Nonsense-Wörter. Damals dachte ich, dass es nur ein Spaßweg war, Musik zu machen, ahnte aber nicht, dass dies Werk meine meistaufgeführte Komposition mit Tausenden von Aufführungen weltweit werden sollte. Das Jahr 2016 ist der zehnte Geburtstag von “Nyon Nyon“, und es ist immer noch so aufregend, es heute zu hören wie damals bei der ersten Aufführung.

Im November 2015 erfuhr die California State University in Long Beach, dass eine ihrer Design-Studentinnen, Nohemi Gonzales, bei der Terrorattacke des IS auf ein Restaurant in Paris getötet worden war. Der Kammerchor unter der Leitung von Dr. Jonathan Talberg sang Musik zur Gedenkstunde für Nohemi auf dem Campus der Universität. Am nächsten Tag hätte der Chor Musik für die Ferien einstudieren sollen; aber angesichts der Ereignisse des letzten Tages fühlte Dr. Talberg, dass der Chor mehr Zeit für die Trauer um den Verlust ihrer Kommilitonin brauchte. Am Anfang der Chorprobe verteilte Dr. Talberg die Noten meiner Komposition “Let My Love Be Heard“ für vierstimmigen gemischten Chor, und der Chor sang sie vom Blatt, probte sie und nahm das Stück auf – in einer einzigen Probe. Sie luden die Aufnahme auf SongCloud, und der Präsident der Universität erlebte sie zusammen mit allen Universitätsangehörigen als Gabe der Liebe, Hoffnung und Frieden in dieser schwierigen Zeit. Ich erhielt unzählige Nachrichten von Hörern, die erklärten, wie viel diese Musik ihnen bedeutete und ihnen half, tiefer zu fühlen, ihren Schmerz zu benennen und ein Stück Trost zu empfangen. Ich hatte nie daran gedacht, dass dieses Stück eine solche Botschaft übermitteln könnte, auch nicht zu einem solchen Zweck verwendet würde, aber das ist die Schönheit von Musik – sie kann in so vielen unterschiedlichen Weisen sprechen, und der Komponist wird nie wissen, welch ein Leben sein Werk jenseits der gedruckten Seite haben wird. Jedes Mal, wenn ich der Aufnahme von “Let My Love Be Heard“ zuhöre, kann ich den Schmerz und die Ergriffenheit in den Stimmen der Sänger vernehmen – es ist eine der schönsten Interpretationen meiner Musik, die ich je gehört habe.

 

CT: Gibt es bestimmte Aufführungen Ihrer Stücke, an denen Sie teilnahmen und die auf Sie besonders ergreifend wirkten?

JR: 2013 fand die Premiere eines neuen Werks im National World War II Museum in New Orleans, Louisiana, mit dem Louisiana Philharmonic Orchestra und seinem Chor statt. Diese Komposition mit dem Titel “Dreams of the Fallen“, geschrieben für Solo-Klavier, Chor und Orchester, ist eine Darstellung des Einflusses, den Krieg auf ein Individuum ausübt. In ihm verwendete ich einen Text von Brian Turner, einem preisgekrönten Dichter und Veteranen des Irak-Krieges. Die Aufführung fand in einem großen Raum des Museums statt, in dem Militärflugzeuge von der Decke hängen und Panzer das Orchester flankieren. Hunderte von Veteranen waren unter den Zuhörern, und viele mehr weltweit hörten der Direktsendung von der Veranstaltung zu. Unmittelbar vor der Vorstellung befand ich mich hinter der Bühne und dankte dem Chor, als eine Sängerin im Alter von Ende 80 aufstand und mich und den Chor anredete: „Mein Vater und mein Bruder dienten im Zweiten Weltkrieg, mein Bruder kehrte nie zurück. Ich möchte euch sagen, welch eine Ehre es für mich ist, dies Stück für meinen Bruder, für meinen Vater zu singen, und noch zu erleben, es mit euch allen heute zu singen.“ Bis zu diesem Augenblick hatte ich nicht die Reichweite verstanden, die das Werk haben würde, und auch nicht die Möglichkeit, dass sich andere auf die ungezählten Erzählungen derer einlassen, die von Kriegsgeschehen erfasst worden waren. In Tränen verfolgte ich den größeren Teil der Aufführung, während ich an diese Frau dachte, ihren Bruder und Vater, und an die tapferen Menschen, deren Leben vom Krieg gezeichnet wurde.

 

CT: Bitte erlauben Sie uns einen Blick in die Gedanken eines Komponisten. Wie gehen Sie auf eine neue Komposition zu?

JR: Anhand meines Werks “Come to the Woods“ möchte ich Ihnen ein besonderes Beispiel geben. Von Craig Hella Johnson und [seinem Ensemble] Conspirare erhielt ich den Auftrag, ein neues Werk für ein Konzerterlebnis zu schreiben, das der Erforschung menschlicher Beziehungen gewidmet war. Nach Unterhaltungen mit Craig über mögliche Themen legten wir uns auf die Beziehungen des Menschen zur Natur fest. Ich liebe die Natur und verbringe viel Zeit mit Wandern, Rucksacktouren, Camping und Fahrradfahren. Einer meiner Lieblingsschriftsteller über die Welt der Natur ist John Muir [1838-1914] – ein Naturforscher, der mithalf, den Yosemite National Park in Kalifornien aufzubauen und den Sierra Club zum Schutze der Wildnisgebiete in den USA gründete. Muir ist eine Art von Volksheld in Nordamerika geworden, und ich beschloss, ein Werk zu schaffen, das die Tiefe und Einzigartigkeit von Muirs menschlichen Voraussetzungen einfängt – seinen Abenteurergeist, seine Leidenschaft für die Wildnis sowie seinen Frieden, den er vom Leben unter Bäumen empfing.

Ich vertiefte mich in die Zeitungsartikel von John Muir und legte eine Sammlung meiner Lieblings-Ausschnitte an. In einem Fall las ich die Geschichte, in der Muir einen Sturm nahen sah und sich, um ihn ganz zu erleben, dazu entschloss, eine hohe Tanne zu erklettern. Ja wirklich, er stieg im Sturm auf einen Baum. Sie können ihn für verrückt erklären, ich aber empfand dies als eine ergreifende Metapher und ein schönes Bild für ein Musikwerk. Ich arbeitete und arbeitete, um verschiedene Auszüge meiner Lieblingsstellen zu verfeinern und ein Libretto mit klarer Handlung zu schaffen (auch mit Raum für das, was die Musik erzählt). Als dann die Zeit zum Komponieren nahte, improvisierte ich singend die Worte von Muir und versuchte dabei, die einzigartige Kraft jedes Augenblicks einzufangen. Diese Melodielinien stellten das hauptsächliche Musikmaterial dar, und ich verband sie mit einer Klanglandschaft, die durch das Klavier verdeutlicht wurde. “Come to the Woods“ ist eines meiner Lieblingsstücke geworden teils dank der sinnvollen Zusammenarbeit mit Conspirare wie auch der Intensität, mit der ich mich in die Tiefe der Lebensgeschichte von John Muir eingelassen hatte – für mich fühlt sich die Musik an wie eine pure Erweiterung seiner Worte.

 

CT: Die Verwendung manchmal gegensätzlicher Mittel fügt Ihrer Aussage eine große Kraft hinzu: Schreien, Flüstern, Obertonsingen, Über-Nasalität, vokale Sirenen, Körperinstrumente, Händeklatschen, Minimalismus, Maximalismus ohne Maßlosigkeit, Dissonanz, extreme Konsonanz, sprachverwandte Rhythmen, himmelhohe Melodien … Wie kamen Sie dazu, eine solche Vielgestaltigkeit an musikalischen Ausdrucksmitteln zu verwenden?

JR: Ich finde gern neue Techniken und/oder neue Klangpaletten, die helfen, den Ausdruck der Musik zu verstärken. Eins der großartigsten Dinge an der menschlichen Stimme ist ihre Wandlungsfähigkeit – sie kann fast alles machen. Dank dem Aufkommen des Internet können wir Hörer und Macher jetzt Musik aus aller Welt auf einen Tastendruck empfangen. Das hat es vielen Musikkulturen ermöglicht, sich aus ihren Traditionen zu lösen und neue Ideen in ihre Musik aufzunehmen, neue Klänge, neue Techniken. Ich arbeite hart daran, Sänger und Komponisten zu ermutigen, anderes als nur strikte Vierstimmigkeit zu bedenken und die Myriaden von Klängen zu erkunden, die mit der Stimme möglich sind. Ich habe herausgefunden, dass diese Freiheit, verschiedene Techniken mit einzubeziehen, dazu hilft, einen größeren Eindruck zu machen, eine Geschichte deutlicher zu erzählen, Ausführende und Hörer mehr engagiert sein zu lassen.

 

CT: Wie schaffen Sie es, Ihren eigenen Verlag zusätzlich zu Ihren vielen Kompositionsvorhaben und Dirigierverpflichtungen zu führen?

JR: Ich betrachte mich als einen glücklichen Menschen, Komponist in Vollzeit sein zu können, und liebe sehr die Freiheit und das Gefühl von Engagement und Gemeinschaft, die mein eigener Verlag mir bietet. Gleichzeitig gibt es viele Nebentätigkeiten zusätzlich zum Veröffentlichen von Musik, die ich bei jedem Auftrag bedenken muss, bei Reisen mit Aufenthalten und Dirigieraufträgen. Ich habe eine phantastische Assistentin, die viele der geschäftlichen Aufgaben meines Verlags regelt – Aufträge annehmen, Videoschulungen vorbereiten, meiner Urheberrechtsfirma Aufführungen melden, Wohnungsmöglichkeiten erkunden, usw. Angesichts all der von mir zu bewältigenden Reisen ist meine Assistentin eine Lebensretterin, indem sie mir hilft, gesund zu bleiben und Zeit fürs Komponieren zu haben. Gleichwohl beteilige ich mich am Verschicken der Noten, und ich liebe die Möglichkeit, mich selbst mit den Künstlern in Verbindung zu setzen, die meine Musik aufführen, um Fragen zu beantworten und Verbindungen aufzubauen. Diese Beziehungen machen unsere musikalische Zusammenarbeit erst wirklich sinnvoll.

 

CT: Mir scheint, dass ihre erste Veröffentlichung schon vor zehn Jahren erschien. Was erwartet Sie in den nächsten zehn Jahren?

JR: O je, zehn Jahre sind eine lange Zeit. Ehrlich, ich weiß selbst nicht, was die nächsten zehn Jahre mir bringen werden. Aber ich hoffe, weiterhin bedeutsame musikalische Erfahrungen zu machen und mich in Projekte einzubringen, die uns tiefer zu denken, umfassender zu lieben und intensiver zu leben helfen.

 

Alleluia von Jake Runestad

Available from JR Music, JakeRunestad.com

 

Biographien

Composers_Corner_Interview_Jake_Runestad_picture_2Jake Runestad wird von der amerikanischen Publizistik als „Chor-Rockstar“ betrachtet; er ist einer der heute bekanntesten und am häufigsten aufgeführten Komponisten von Vokalmusik. Er hat von vielen heute führenden Chören Kompositionsaufträge bekommen wie Conspirare, vom Santa Fe Desert Chorale, Seraphic Fire, Phoenix Chorale, dem Niederländischen Kammerchor, dem Philharmonischen Chor Taipei, außerdem von hunderten Universitäts- , Gemeinde- und Hochschulchören weltweit. Jake Runestads markige Musik und seine charismatische Persönlichkeit haben eine ständige Flut von Aufträgen, Universitätsverpflichtungen, Workshops und Vortragseinladungen angeregt und ihn damit zu einem der jüngsten vollbeschäftigten Komponisten der Musikindustrie gemacht. Jake Runestad erwarb einen Master in Komposition vom Peabody Conservatory der John Hopkins University (in Baltimore), wo er beim Pulitzer-Preisträger, dem Komponisten Kevin Puts, studiert hat. Mehr darüber bei: JakeRunestad.com

 

Cara Tasher wurde von bedeutenden und lebensverändernden Erfahrungen in Vereinigungen wie dem Atlanta Symphony Chorus, dem Chicago Symphony Chorus, Conspirare, Anima – Glen Ellyn Children’s Chorus, Trinity Choir – Wall Street und dem Young People’s Chorus in New York City geprägt. Sie studierte an der University of Cincinnati-CCM [College-Conservatory of Music], der University of Texas in Austin, La Sorbonne [Paris], und an der Northwestern University in Evanston, Illinois. Ihr Terminplan umfasst Konzerte und Gastauftritte bei Festivals und in Workshops, sowie Vorbereitungen von professionellen Organisationen in den ganzen Vereinigten Staaten und in Übersee; in diesem Jahr auch beim Jacksonville Symphony Orchestra Chorus. Mit ihren Ensembles hat sie fünf Länder bereist; dazu kam im Mai 2012 ein Austausch in Südafrika mit der Nelson Mandela Metropolitan University (NMMU). Ihr Wohnsitz ist Jacksonville, wo sie als Leiterin der Choraktivitäten an der University of North Florida tätig ist; sie eröffnete vor einiger Zeit die Florida 2012 Republican National Debate auf CNN (Cable News Network, US-amerikanischer Fernsehsender in Atlanta, Georgia). E-Mail: ctasher@gmail.com

 

Übersetzt aus dem Englischen von Klaus L Neumann (Deutschland)

PDFPrint

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *